Der nächste Durchgang ist fertig und eine weitere Welle von Präsentationsprüfungen liegt hinter mir. Die Vorbereitungszeit für die Schüler war dieses Mal sehr knapp und das spiegelte sich auch in den meisten Präsentationen wider. Dafür habe ich meinen Bewertungsbogen ein weiteres Mal angepasst und bin jetzt ziemlich zufrieden. Für das Prozedere der Notengebung und des Feedbacks hatte ich folgenden Ablaufplan.
- Präsentationen aller Gruppen
- je nach Zeit Feedback einzelner Gruppen am Stundenende
- grundsätzliches Feedback am Ende aller Präsentationen
- Notengebung ganz am Ende - nachdem alle Präsentationen gelaufen sind
Das lief schonmal wesentlich besser als beim letzten Mal. Die Notengebung am Ende, transparent und vor allem vergleichbar für die Schüler zu haben fanden sowohl sie als auch ich besser. Das Feedback hätten die Gruppen gern direkt nach der Präsentation gehabt. Fachlich wäre das meiner Meinung nach wohl auch besser gewesen: die Präsentation ist präsent und die Punkte noch bei allen im Gedächtnis. So hatte ich teilweise Probleme, aus meinen Notizen noch das wirklich wichtige herauszulesen *zugeb*, da die Präsentationen schon länger zurück lagen.
Deshalb review fürs nächste Mal:
Ablaufplan besser:
- Präsentationen - direkt im Anschluss Feedback von mir für die Gruppe
- Notengebung ganz am Schluss
Das waren quasi im ersten Schritt die Rahmenbedingungen. Zur Notenfindung habe ich meinen Bewertungsbogen auch nochmal verändert. Im ersten Versuch hatte ich den Inhalt vom Anteil an der Note arg zurückgefahren. Das habe ich korrigiert, da die inhaltliche Richtigkeit auch die Wahl der richtigen Visualisierung bedingt. Wer hier schludert um interessantere Effekte einbauen zu können, der sollte nicht auch noch belohnt werden :-) Also im Bogen habe ich den Anteil des Inhalts an der Gesamtnote hochgesetzt. Außerdem habe ich zwei Beschreibungen von Kategorien angepasst. Einige Schüler hatten keine Vorstellung von der Dimension "Thematik". Hier habe ich nachgebessert und bin gespannt, wie der nächste Durchlauf funktioniert.
Jede Gruppe hat jeder der anderen Präsentationen bewertet. Das birgt für mich den Vorteil, dass ich meinen Eindruck bestätigen oder auch revidieren kann. Die Präsentation ist eine Momentaufnahme und vielleicht bin ich gerade in einem wichtigen Moment abgelenkt, mache Notizen, ermahne Mitschüler etc. So dass ich es schätze, die Einschätzung der anderen zu lesen. Auch fällt es mir unter Umständen leichter, mich in technische Themen hineinzuversetzen, ihnen zu folgen. Auch hier gibt mir der Bogen der Mitschüler die Gelegenheit zu überprüfen, wie adressatengerecht die Präsentation von ihnen empfunden wurde.
Allgemein waren die Bewertungen in diesem Durchlauf sehr viel realistischer und deckten sich über weite Strecken mit meiner Benotung. Zwei Präsentationen habe ich minimal in der Note angehoben und kann diese Note trotzdem noch sehr gut vertreten.
Alles in Allem habe ich das Gefühl, dass mein Weg diese Präsentationsleistung zu begleiten und zu bewerten so langsam rund wird. Die Schüler gaben mir das Feedback, dass sie mich als sehr fair wahrgenommen hätten - das bestätigt mich und macht es einfacher, mit der immerwährenden Frage umzugehen "gebe ich die richtigen Noten? bin ich zu schnell bei guten oder schlechten Noten?"
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